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[HH] Solierklärung der Roten Flora

Plenum der Roten Flora 26.01.2011 22:36 Themen: Freiräume
Solierklärung mit dem von der Räumung bedrohten Wohnprojekt Liebig 14 in Berlin Wir erklären uns solidarisch mit dem akut von der Räumung bedrohten Wohnprojekt Liebig 14 in Berlin.

Das Wohnprojekt stellt seit langem ein Versuch dar, kollektives Leben auszuprobieren und zu organisieren und bietet zudem die Möglichkeit, günstigen Wohnraum zu erhalten. In Zeiten, in denen ganze Stadtteile von Aufwertung betroffen sind und Wohnraum für viele unbezahlbar wird, sind solche Orte, die diesem etwas entgegensetzten, wichtiger denn je.Ähnlich wie die Liebig wird unter Umständen auch die Rote Flora bereits in wenigen Monaten von einer Räumung bedroht sein. Es zeigt, dass linke Projekte, egal ob sie einen Raum zum Wohnen bieten oder als soziales Zentrum fungieren, welche sich zur Aufgabe gemacht haben, dem gesellschaftlichen Mainstream und einer kapitalistischen Verwertungslogik etwas entgegenzusetzen, immer stärker bedroht sind. Dieses bedeutet für uns aber nicht, dass wir den Kopf in den Sand stecken und Polizei, Politiker und Investoren machen lassen, was sie wollen. Es ist für uns vielmehr ein Grund zu zeigen, dass wir uns mit den derzeitigen Verhältnissen nicht zufrieden geben werden und wir dazu aufrufen, leer stehende Eigentumswohnungen und Büroräume zu besetzen und zu Orten zu machen, in denen kollektives und selbstbestimmtes Leben möglich ist. Wir können uns der Liebig 14 inhaltlich nur anschließen:
„Wir haben schon längst keinen Bock mehr auf diesen Staat und seine Repression, wir haben keinen Bock auf Unterdrückung und Konkurrenz und wir haben keinen Bock auf Kapitalismus und seine neoliberalen Versprechen.“

Wir rufen daher für den Tag X (der Tag des Versuchs der Räumung der Liebig 14 – vermutlich der 02.02.2011) zu einer Spontandemonstration um 20 Uhr vor der Roten Flora auf. Nehmen wir uns die Stadt!! Leerstand zu Wohnraum!! Für ein selbstbestimmtes Leben!! Liebig 14 verteidigen!! Kommt zur Solidemo am 29.01.2011 nach Berlin!!

Plenum der Roten Flora, 26.01.2011
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/roteflora/news/20110031.html

[B] – Angriff aufs rote Rathaus

Folgendes Schreiben hat uns erreicht:

In der Nacht von Sonntag auf Montag warfen wir vier Farbbomben mit gelbgrüner Farbe auf das rote Rathaus. (zwei davon in Tomatensafttetrapacks).

Außerdem attackierten wir am Dienstag voriger Woche die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit zwei Farbbomben und am Freitag vor zwei Wochen ein Immobilenbüro in Mitte mit einem Hammer.

Die neoliberale Stadtumstrukturierung führt zu Verdrängung und Ausgrenzung. Die herrschende Politik unterstützt diese Entwicklung.

Die drohende Räumung der Liebig.14 ist ein Teil dieser Strategie. Wir richten uns gegen die Organisationsform des Wohnungsmarkts, der dem kapitalistischen Zweck der Verwertung gehorcht.

Staat.Kapital.Wohnungsmarkt.Angriff!

Die Verteidigung der Liebig 14 kann nur der erste Schritt sein in einem Kampf gegen den kapitalistischen Angriff auf unsere Wohnverhältnisse.

Liebig.14 bleibt.

Aktionsgruppe.Stadt

[B] – Angriffe auf Lofts, Behörden und Büros

Folgendes Schreiben erreichte uns:

Seit Bekanntgabe des Räumungstermins für das alternative Hausprojekt Liebig14 wurden in Berlin schon so einige fade Fassaden mit Farbe verschönert.
So wurden unter anderen das Ordnungsamt Neukölln, sowie das Neuköllner SPD-Büro, der Lifo in der Warschauer Strasse und auch Treptower und Friedrichshainer Lofts mit Farbe beworfen bzw. beschriftet.
All diese Aktionen waren klar und deutlich als Solidaritätsaktionen für die Liebig14 gekennzeichnet, fanden jedoch wundersamer Weise nie ihren Weg in den Polizeiticker. Auch in der Presse sind keine Berichte zu diesen stattgefundenen Soliaktionen zu finden.
Die Aktionen sind als eine wütende Reaktion auf die drohende Räumung der Liebig14, die alltägliche Verdrängung durch Gentrifizierung und unsoziale Stadtpolitik,die wir nicht nur in Berlin erleben,zu verstehen.

Liebig14 verteidigen!
Steigende Mieten stoppen!
Für eine freie Wahl des Wohnorts!

[B] – Scheinbesetzung der Chausseestrasse 49

Folgende erklärung hat uns erreicht:

Am Sonntag dem 23.01.2011 um ca. 22.30 Uhr haben wir um unsere Wut über die angekündigte räumung der Liebig 14 Ausdruck zu verleihen, dem leerstehenden Haus in der Chausseestrasse 49 wieder Leben eingehaucht.

Die Chausseestrasse ist eine „schillerndes“ Beispiel für die blödsinnige Leerstandspolitik. Während gegenüber auf einer riesen Baustelle, die schon jetzt einem Hochsicherheitstrakt ähnelt, die neue BND-Zentrale aus dem Boden gestampft wird, stehen unter Anderem in der Chausseestrasse mehrere Häuser leer und verfallen. Gleichzeitig haben tausende Menschen kein Dach über dem Kopf.
Und selbst wenn sie eins haben wird es ihnen mit Bullengewalt genommen.

Dieser Zustand kotzt uns an. Um dies in die Köpfe zurückzuholen haben wir die Chausseestrasse 49 scheinbesetzt.

LIEBIG 14 VERTEIDIGEN!
STEIGENDE MIETEN STOPPEN!
1 MILLIONEN + X

WIR TRÄUMEN VON EINER ANDEREN REALITÄT-
Kommando Tom Ate

[B] – Farbe gegen Rathaus geworfen

Ein unbekannter Radfahrer hat in der vergangenen Nacht gegen 1 Uhr 15 in der Spandauer Straße mehrere mit gelber Farbe gefüllte Tetrapacks gegen das Rote Rathaus geworfen. Dann fuhr er Richtung Molkenmarkt davon. Später wurde er in der Nähe von einer Zeugin noch einmal gesehen, als er schwarze Farbe auf die Fahrbahn sprühte. Eine Absuche der Umgebung durch die Polizei blieb aber ohne Erfolg.

Quelle: Bullenticker